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| Der öffentliche Verkehr ist fast überall defizitär. Abgesehen von einigen wenigen Hauptlinien (z.B. die Bahnstrecke Bern-Zürich oder die VBZ-Tramlinie 11) könnte kaum eine ÖV-Linien ohne Subventionen auskommen. Weshalb also bewerben sich private Firmen überhaupt um defizitäre ÖV-Linien? |
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Wer eine Buslinie/Tramlinie
oder ein ganzes Verkehrsnetz betreibt, kann die Kosten nicht durch Billettverkauf
allein decken. Deshalb bezahlt der Staat Abgeltungen, das heisst Subventionen. Wenn bei der Ausschreibung keine Vorschriften gemacht werden, kann eine neue Firma auf einfachem Weg ein billigeres Angebot machen: Die neue Firma stellt nur neue,
junge und gesunde Chauffeure zu tieferen Löhnen an - und ja keine
Frauen, weil diese schwanger werden könnten, dann kosten sie ja nur
und können erst noch nicht entlassen werden. So kommt die neue Firma
mit weniger Subventionen aus als die bisherige Firma, und trotzdem kann
ein fetter Gewinn für den neuen Unternehmer übrigbleiben: Die neue Firma ist dann vielleicht
etwas billiger, das Verkehrsangebot aber sicher nicht besser. Ohne Rahmenbedingungen
bezüglich Personal gewinnt einfach die Firma mit den tiefsten Löhnen,
nicht aber diejenige mit der besten Qualität. Das funktioniert so:
Wie so ein Dumping-Wettbewerb funktioniert, hat das Beispiel Grossbritannien gezeigt. Von Ausschreibung zu Ausschreibung wurden die Löhne immer mehr gekürzt, bis es schliesslich geschah, dass der siegreiche Unternehmer gar kein Personal mehr fand, um die Busse noch zu betreiben. Und die Qualität wurde immer schlechter, und der öffentliche Verkehr hat dort Millionen von Fahrgästen verloren. Ein spannender Bericht hierzu findet sich auf dieser Website unter der Rubrik International / Grossbritannien. Aber auch in der Schweiz
kann dies geschehen: |